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"Defibrillatoren" - 37 Artikel

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Defibrillatoren retten Leben!

Das ist eine Tatsache. Aber ist es sinnvoll Zuhause einen eigenen Defibrillator zu haben? Muss man für die Benutzung nicht eine spezielle Schulung gemacht haben? Was ist wenn ich etwas falsch mache? Was genau tut der Defibrillator eigentlich?

Diese und weitere Fragen verunsichern viele und führen dazu, dass Hilfe oft aufhört, bevor sie überhaupt begonnen hat. Die Angst etwas falsch zu machen schwingt immer mit. Dabei ist das Wissen, was wir aus Film und Fernsehen vermittelt bekommen, keinesfalls hilfreich und oft sehr weit entfernt von der Wirklichkeit. Räumen wir also zunächst mit den häufigsten Mythen auf und rücken unsere Vorstellung von einem Defibrillator zurecht. Denn der Defibrillator, Defi oder auch AED ist speziell für Laien entwickelt worden.

Die richtige Wahl

Stellen Sie sich bei der Wahl die richtigen Fragen damit sich die Investition lohnt und Ihr Defibrillator zu Ihren Ansprüchen passt:

- Brauchen Sie einen Defibrillator?
- Wie funktioniert ein Defibrillator? Gibt es Unterschiede zwischen Defi, Defibrillator und AED?
- Welches Gerät passt am besten zu Ihnen?

Brauche ich einen Defi?

Ein Herzinfarkt ist keine Alte-Leute-Krankheit! Durch falsche Ernährung, rauchen und wenig Sport kann die Gesundheit beeinträchtigt werden und die Arterien bei jungen Menschen ebenso verkalken, wie bei älteren. Ein plötzlicher Herztod hat viele Ursachen und kann jeden treffen. Auch Krankheiten wie Diabetes Mellitus, das Wetter oder Stress können Auslöser für einen Herzstillstand sein.

Über 3.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Herzinfarkt. Das Gehirn trägt bereits nach 3 Minuten ohne Sauerstoff die ersten irreparablen Schäden davon. Der Notarzt benötigt durchschnittlich 10 Minuten um vor Ort zu sein. Doch nach 10 Minuten ohne Sauerstoff bedeutet das bereits den Hirntod. Mit einem Defibrillator könnt ihr sofort reagieren und bestmögliche Hilfe leisten. Die Überlebenschancen nach einem Herzstillstand steigen mit einem AED, Defi oder Defibrillator auf 74%.

Mythos und Wirklichkeit

Wer kennt die Szenen aus dem Fernsehen nicht, in denen gutaussehende Ärzte, durch einen Schock mit dem Defibrillator, auf spektakuläre Weise den Patienten zurück ins Leben holen. An dieser Stelle wird eine völlig falsche Vorstellung von der Funktionalität dieses Gerätes bewirkt. Denn tatsächlich, machen Defibrillatoren genau das Gegenteil.

Bei 87% aller Fälle von Herzstillstand, bleibt das Herz gar nicht komplett stehen. Meist hat das Herz noch ein sogenanntes Kammerflimmern. Und hier kommt dann der Defibrillator zum Einsatz. Das Absetzen des Schocks gibt nicht etwa den Impuls, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Der Defi ist dazu da, das Herz auf Null zu setzen – also quasi zu reseten. Denn nur auf dieser Grundlage lässt sich ein normaler und gesunder Herzschlag erzeugen. Das Schocken bewirkt demnach nicht, dass das Herz wieder beginnt zu schlagen.

Nach der Defibrillation muss demnach immer eine Wiederbelebungsmaßnahme in Form einer Herz- Massage (ggf. auch Beatmung) erfolgen. Damit erzeugen wir manuell einen Herzschlag und gewährleisten die Versorgung aller wichtigen Organe wie z.B. dem Gehirn.

Die Handhabung – Ihr könnt nichts falsch machen!

Eure Angst ist verständlich aber unnötig. Der Defibrillator ist für Laien entwickelt und leitet euch anhand einer Sprachführung Schritt für Schritt. Nach dem Einschalten überprüft das Gerät zunächst ob das Herz kammerflimmert. Und nur dann wenn ein Kammerflimmern erkannt wird, lässt der Defi das Auslösen eines Schocks zu. Anschließend werdet ihr von einer Stimme über die weiteren Schritte aufgeklärt. Befolgt ganz einfach die Anweisungen und lasst euch nicht aus der Ruhe bringen. Die Bedienung und Maßnahmen sind wirklich Kinderleicht.

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)

Nachdem das Herz geschockt wurde und nun definitiv nicht mehr schlägt, müsst ihr schnellstmöglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.

- Achtet bei der Maßnahme darauf, dass die Person auf einem harten und flachen Untergrund liegt. Personen die im Bett liegen, müssen auf den Boden gelegt werden. Andernfalls drückt ihr bei der Massage den Körper nur in die weiche Matratze und bekommt nicht ausreichend Widerstand.

- Befreit den Oberkörper von Kleidung. Der Brustkorb muss komplett frei sein.

- Legt beide Handflächen übereinander und legt diese auf den sogenannten Druckpunkt. Um den Druckpunkt ausfindig zu machen, gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder ihr nehmt die Linie zwischen den Brustwarzen oder ihr legt 2 Finger über den Rippenbogen, was ungefähr auf dasselbe hinaus kommen sollte.

- Drückt den Brustkorb nun mindestens 5 cm tief ein. Bei Kindern nur etwa 3 cm. - Drückt den Brustkorb in einem gleichmäßigen Rhythmus von rund 100 BpM (BpM = Schläge die Minute) 30x ein. Der Defibrillator gibt euch aber auch einen Takt vor, an dem ihr euch orientieren könnt.

- Legt nun den Kopf der Person in den Nacken (überstrecken) damit die Atemwege frei sind. Schließt den Mund indem ihr mit einer Hand von unten gegen das Kinn drückt. Nun blast ihr 2x einen Luftstoß in die Nase der Person. Eine Beatmung durch die Nase ist einfacher und wird auch von Profis i.d.R. so angewandt. Ihr könnt aber auch aus Eigenschutzgründen auf die Beatmung verzichten. Die Lunge und das Blut verfügen noch über genug Restsauerstoff.

- Wiederholt den Vorgang in einem Wechsel von 30 x 2.

- 30x drücken und 2x beatmen. Ohne Beatmung massiert ihr einfach durchgehend das Herz.

Fakten – Das Herz …

- ist faustgroß.

- hat die Funktion Sauerstoff und Blut im Körper zu verteilen – ähnlich einer Pumpe.

- hat einen Ruhepuls von 60 – 80 Schlägen pro Minute.

- pumpt ca. 5 – 7 Liter Blut durch den Körper. Übrigens: Ab einem Liter Blutverlust schwebt man, aufgrund des niedrigenBlutdruckes, bereits in Lebensgefahr.

- liegt mittig, hat aber eine leichte Tendenz nach links.